SchwarzWeiß

Als Kind fand ich Schwarz-Weiß-Fotos früherer Tage höchst interessant.

Ich hatte Mitleid mit den Leuten, die darauf abgebildet waren.

Konnten Sie die Welt doch nur Schwarz oder Weiß erleben.

Später sagte man mir, ich hätte mich getäuscht.

meinDemokratieverständnis

Patrick Stewart, bekannt als Captain Picard vom Raumschiff Enterprise oder als Charles Xavier aus der X-Man-Filmreihe, konnte einfach nicht anders. Er betrieb Popularitätsmissbrauch, indem er öffentlich mitteilte, Twitter möge den Account von Trump sperren, ‚damit dieser Albtraum endlich vorbei ist.‘

Welch‘ eigenartiges Demokratieverständnis, denk‘ ich mir. Meinungen die mir nicht passen, werden einfach … weggesperrt? Ja? Weil ich etwas dagegen habe? Weg damit?

Nun will er sogar die amerikanische Staatsbürgerschaft annehmen, um gegen Trump zu kämpfen. Mir persönlich ist es wichtiger zu wissen, wofür Menschen stehen.

Seine Aussage war Anlass, mir Gedanken über mein eigenes Demokratieverständnis zu machen. Dazu passt eine Aussage aus der jüngsten Vergangenheit, über die ich mich, wie ich meine, zu Recht empört habe:

„Frauen sind schwächer, sie sind kleiner und sie sind weniger intelligent“, sagte der polnische EU-Abgeordnete Januz Korwin-Mikke. Natürlich müssten sie daher weniger verdienen als Männer, findet der Mann. (stern.de, 02.03.17).

Und so einer sitzt im EU-Parlament? Der sollte schleunigst seinen Rücktritt einreichen.

Danach wurde mir aber bewusst, dass es mit meinem Demokratieverständnis (mit dem Grundpfeiler der Meinungsfreiheit) leider auch nicht sehr weit her ist.

Diese Politische Korrektheit war als Segen gedacht und hat sich zum Fluch entwickelt.

Ja, dieser Mann darf das sagen, er hat das Recht (der Meinungsfreiheit) auf seiner Seite. Und sollte er inhaltlich nicht Recht haben, gibt es genügend intelligente Leute, die seine Meinung widerlegen können. Diese Menschen sind auf meine Empörung NICHT angewiesen. Nur aus konträren Meinungen entwickelt sich etwas weiter, Einheitsmeinungen sind Nährboden von Autokratien.

Es sind die zu gut denkenden Menschen, die in ihrer moralisch überheblichen Überlegenheit Meinungshoheit einfordern und Andersdenkende diskreditieren, um sich dann – wenn sie den Gegner scheinbar in den Winkel gestellt haben – selbstzufrieden auf die Schulter zu klopfen. Aber andererseits verwundert sind, dass sowas wie Brexit oder sower wie Trump möglich sind. Und darüber den Kopf schütteln, weil sie leider nicht begriffen haben, das (zu) gut nicht immer besser ist.

Eine Grenze zur Meinungsfreiheit zu ziehen fällt mir schwer, Schluss ist bei mir auf jeden Fall bei Anwendung von Gewalt.

 

 

 

Da war doch noch was …

Ich war hier nun schon länger nicht mehr aktiv, aber so dunkel kann ich mich erinnern, dass Mia mich fragte … nun, es war schon unhöflich genug, so lange mit einer Antwort zuzuwarten. Verzeih‘.

MEINE FRAGEN AN EUCH:

1. Was macht dich glücklich?

Gedanken, die sich zusammenfügen. Die dann in Worte münden, die ich laut aussprechen muss, bevor mein Kopf zerplatzt. Und im besten Fall unvergessene Träume, im allerbesten Fall Evidenzerlebnisse hervorbringen.

2. Wie sieht für dich der perfekte Tag aus?

Schon lange nicht mehr passiert.

Aufwachen. Ausgiebig frühstücken. Durch das Land reisen. Am Abend erschöpft im Hotel ankommen. Nach der Nacht hast Du nicht gefragt.

3. Gibt es etwas in deinem Leben, was du zutiefst bereust?

Ich muss lange nachdenken, ist das ein gutes Zeichen?

Es gibt einiges, was ich anders machen würde, aber ich bereue nichts zutiefst.

4. Was ist deine frühste Kindheitserinnerung?

Ich weiß es nicht. Eine Auswahl:

Ein Traum, in dem sich ein dickes, gesichtsloses Michelin-Männchen mit einem dünnen (gibt es so etwas überhaupt?) matcht oder catcht.

Ein Haus neben dem Wald, wir waren auf Besuch. Der Blick darauf kommt von oben.

Ich rolle einen Erdhügel hinab, direkt ins Lagerfeuer (kling schlimmer als es war. Naja, heute zumindest).

Ich habe alleine im dreckigen Wasser einer Baugrube gespielt. Ich ging ebenso dreckig nach Hause. Meine Mutter zog mir neue, frische Sachen an. Ich ging wieder zur Baugrube.

Nachtrag (gefunden!):

Unsere Vermieterin sperrt mich in eine dunkle Kammer ein. Ich kann mich an ihr verärgertes Gesicht und an die alte Holztür erinnern. Da sich das ganze in unserem alten Haus abgespielt hat muss ich so um die 2 Jahre alt gewesen sein.

Aber Erinnerungen sind seltsam. Welche sind wirklich? Und welche sind nur eingebildet?

5. Hast du Angst vor dem Tod? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum?

Ich habe keine Angst vor dem Tod, wohl aber vor Siechtum und schleichender Krankheit.

Mir fällt derzeit kein Grund ein, warum ich davor Angst haben könnte. Es gibt aber Momente, wo ich denke, jetzt nicht.

6. Welches Buch liest du momentan?

Keines.

Demnächst: ‚Ich und du und Müllers Kuh‘ von Ariadne von Schirach.

Und danach möchte ich den Rohentwurf meines Horror-Drehbuchs (oder doch korrekt: Drehbuch meiner Horrorgeschichte) fertigstellen.

7. Wann hast du das letzte Mal geweint?

Auf der Beerdigung der Mutter meiner Ex-Freundin. Das ist jetzt ziemlich genau 9 Jahre her.

Tränen vergieß‘ ich dafür öfters. Bei traurigen Filmen oder Dokus, bei den Hundegeschichten von JanJan, …

8. Welche drei Dinge würdest du mitnehmen auf eine einsame Insel?

Einen Internetanschluss. In Ermangelung dessen eine aktuelle Enzyklopädie (der digitalisierte Inhalt sämtlich geschriebener Bücher soll ja auf einer Briefmarke Platz haben – in diesem Fall eine entsprechende Lupe).

Da es dort sehr oft regnet: einen Regenschutz.

Für die Zeit ohne Regen: ein Fernrohr.

9. Wenn du noch drei Stunden zu leben hättest, was würdest du tun?

Warten. Telefonieren. Reden. Trinken. Erinnern. Weinen. Sex haben (vielleicht). In den Armen meiner Liebsten sterben.

10. Was ist dein Lieblingsessen?

Erdäpfelgulasch.

11. Was bedeutet dir dein Blog?

Nun, er gibt mir die Möglichkeit Gedanken zu teilen, die ich im RL für mich behalte.

Ich finde es zB. faszinierend mich im Raum zu bewegen. Und dann denke ich über diesen Raum nach.

Damit sind wir wieder bei der 1. Frage angelangt und der Kreis hat sich geschlossen. Was mich spontan zur Frage führt, ob sich Kreise überhaupt schließen können?

Mia, danke für Deine anregenden Fragen.