8 Gedanken zu “Gut und Böse

    • Ich dachte hierbei weniger an den Freien Willen.
      Die Natur oder das Leben kennen dieses Gut oder Böse nicht, denn es ist was es ist.
      Erst der Mensch fing an zu bewerten. Und tut sich bis heute schwer damit. Denn jedes Gute trägt auch seine Kehrseite in sich, und die Entscheidung darüber trifft oft der Betrachter selbst.
      Das absolut Gute existiert demnach einfach nicht. Man sollte sich vor jenen Menschen hüten, die dies für sich beanspruchen, denn aus einer ‚moralisch überheblichen Überlegenheit‘ wird schnell eine dementsprechende ‚Verlogenheit‘.

      Gefällt 1 Person

      • Ideell aus “Jenseits von Gut und Böse. Vorspiel einer Philosophie der Zukunft“ von Nietzsche zitiert?

        Das “absolute Gute“- gibt es das oder nicht? Schwierige Frage, darüber hat sich schon Sokrates mit den Sophistikern gestritten.

        Ich stimme dir auf jeden Fall damit überein, dass man es nicht kennen kann, aber das schließt nicht zwangsläufig aus, dass es dieses absolutes Gute als Ideal gibt (das wäre natürlich eine eher abstrakte Vorstellung vom Guten).

        “Moralische Überlegeneheit“ ist auf jeden Fall gefährlich, führt sie doch dazu, dass die auf diese Weise (vermeintlich) Überlegenen Entscheidungen treffen können, die von den meisten als nicht-gut angesehen werden.

        Die Natur kennt kein Gut und Böse, aber sie benötigt das Konzept nicht, da die Natur keine bewussten Entscheidungen fällt, Menschen aber schon (womit wir wieder beim freien Willen wären).

        Gefällt mir

      • Ich stimme Dir größtenteils zu. Ich bezweifle, dass das ‚Gute‘ für das Überleben des Menschen maßgeblich ist. Krankheit kann für den Menschen – zB. bei extremer Überbevölkerung – genauso vom Nutzen sein.Es ist daher mE nicht notwendig, das ‚Gute‘ als einzig richtigen Weg in eine humane Zukunft zu stigmatisieren.

        Da mMn keine Subjekte (= Menschen mit Ich-Bewusstsein) existieren, können Menschen auch keine bewussten Entscheidungen treffen, die auf so etwas wie einen Freien Willen basieren.
        ME ist dafür ein dynamischer Wahrnehmungsprozess, der bei uns Menschen einheitlich ausgeprägt ist, mehr als ausreichend.

        Gefällt 1 Person

  1. “Ich stimme Dir größtenteils zu. Ich bezweifle, dass das ‚Gute‘ für das Überleben des Menschen maßgeblich ist. Krankheit kann für den Menschen – zB. bei extremer Überbevölkerung – genauso vom Nutzen sein.Es ist daher mE nicht notwendig, das ‚Gute‘ als einzig richtigen Weg in eine humane Zukunft zu stigmatisieren.“

    Hmm? Warum setzt du voraus, dass das Überleben des Menschen überhaupt maßgeblich für irgendjemanden ist?
    Meinst du, dass das “Gut“ sei? Warum setzt du das überhaupt voraus?

    Aber Krankheiten fallen auch unter nicht-willentliche Ereignisse (es sei denn, jemand verbreitet sie absichtlich in einem Plague Inc. ähnlichem Szenario 😉 Selbst wenn wir, wie es gerade der Fall ist, durch fahrlässigen AB-Umgang uns irgendwann von einer Krankheit dahinraffen sollten, wäre das zwar dumm, aber nicht wirklich eine proaktive Entscheidung.

    Langfristig gesehen wird es sowieso keine Menschen mehr geben (wodurch sich die “humane Zukunft“ erledigt) insofern finde ich das nicht so relevant. Das ist wohl die menschliche Hybris, der Überlebensdrang, der uns dazu antreibt, solange auf diesem Planeten zu verweilen wie möglich. Warum eigentlich? Interessante Frage, oder nicht?
    Man könnte das als Sinnfrage sowohl als bloße Gesetzmäßigkeit oder aber auch als Teil eines größeren Ganzes betrachten-

    “Da mMn keine Subjekte (= Menschen mit Ich-Bewusstsein) existieren, können Menschen auch keine bewussten Entscheidungen treffen, die auf so etwas wie einen Freien Willen basieren.“ In der Schule hatten wir in Deutsch mal eine kleine Diskussionsrunde über den freien Willen (d.h. letzten Endes haben genau zwei Leute die Stunde lang diskutiert- ein guter Freund von mir und ich). Als advocatus diaboli habe ich die Pro-Position vertreten, und ich denke, dass es dafür gute Argumente gibt, auch wenn ich noch immer finde, dass deine Ansicht viel leichter zu verteidigen ist 😀 Daher will ich das nicht unbedingt nochmal vertiefen; ob du deine nette Antwort geschrieben hast, weil du das wolltest, oder nicht, ist letzten Endes deine Entscheidung…oder eben nicht. Bedenke aber, dass die Konsequenz aus der Ablehnung des freien Willen Ethik ziemlich überflüssig ist. Ich denke nicht, dass der Wille uneingeschränkt frei ist, aber auch nicht ungeeinschränkt unfrei. Wenn du dich dafür entscheidest, keinen freien Willen zu haben, war das dann keine freie Entscheidung? Fragen über Fragen. Warum existieren keine Menschen mit Ich-Bewusstsein? Ich habe den entgegengekehrten Eindruck: Die Menschen sind sich ihrer selbst viel zu oft viel zu SEHR BEWUSST, weshalb sie nicht über die physischen und psychischen Grenzen ihrer Körper und Geister hinausblicken können. Das mag vllt. auf Stephen Hawking nicht zutreffen, aber auf viele Menschen.

    “ME ist dafür ein dynamischer Wahrnehmungsprozess, der bei uns Menschen einheitlich ausgeprägt ist, mehr als ausreichend“ . Aber unsere Wahrnehmungsmuster sind doch alle unterschiedlich, sonst wären wir doch alle gleich? Ja, wir sind eingeschränkt durch die Biologie. Das Gehirn ist ziemlich komplex, aber nicht unendlich. Unsere Sinne sind ziemlich mies, aber nur wir Menschen können Beobachtungen von Dingen machen, die wir gar nicht wahrnehmen können, indem wir unser Wahrnehmung erweitern (z.B. durch Teleskope). Klar könnte man argumentieren, unser Wille würde durch die chemischen&physikalischen Eigenschaften determiniert, die uns regulieren. Das stimmt sicher für manche Prozesse in großen Teiö wie dem, was gemeinhin “Verlieben“ genannt wird.
    Nichtsdestotrotz glaube ich diesbezüglich noch an diese (verkürzte Zitat) von Aristoteles.“Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“*

    *Eine kleine nach-Aristotelsche Anm.: Gilt nicht für Kernfusion.

    Gefällt mir

    • Da ich Subjekte verneine denke ich auch nicht an eine Maßgeblichkeit von ‚irgendjemand‘. Ich betrachte es als eine Art Selbstorganisation. Diese Selbstorganisation hat anscheinend einen unbändigen Überlebenswillen. Oder es organisiert sich halt nur permanent.
      Eine humane Zukunft könnte durch eine inhumane Zukunft abgelöst werden. Warum nicht? Damit meine ich aber eine (künstliche Maschinen-)Intelligenz, die uns überflügeln wird. Die Evolution wird nicht bei uns aufhören. Ich gehöre aber nicht zu jenen, die auf die Verderbtheit der Menschen schimpfen. Ich bin dann immer peinlich berührt. Wir sind so wie wir sind.
      Ich denke auch, dass wir (das Universum) Teil von Etwas sind. Wir neigen dazu, etwas ‚größer‘ oder ‚höher‘ zu stellen, was wohl ein Ausdruck der Sehnsucht nach Erlösung ist. Nur allzu menschlich. Ich für mich würde hier Größenklassen fast schon ausschließen.
      Beim Freien Willen setze ich früher an. Bin ich ein Subjekt? Wenn nein, hat sich die Frage erübrigt, dann ist zur Willensbildung die Wahl aus Möglichkeiten ausreichend.
      Ich lehne den Freien Willen nicht ab, sondern verneine ihn. Ich gebe Dir zur Frage, ob dann Ethik oder Moral noch sinnvoll sind, natürlich Recht. Ich halte das Leben grundsätzlich für amoralisch, eine Ansicht, die für das soziale Miteinander höchst fatal ist. Da ich mich mit meiner Position in der Minderheit befinde, ist kein großer Schaden für die Gesellschaft zu befürchten ;-).
      Unterschiedliche Wahrnehmungsmuster? Stimmt. Aber mAn differenzieren diese bloß und diversifizieren nicht. Wir sind nicht ein- und dieselben, aber doch alle gleich. Wenn man so will sind wir damit alles Kopien ohne dass es hier eines Originals bedurfte.

      Gefällt 1 Person

  2. Der Buddhismus kennt keine Wertung. Buddha, der kein strafender oder schöpferischer Gott war, sagt uns lediglich, was sich lohnt und was nicht. Es liegt an den Menschen, ob sie seinem Rat folgen. Kein Mensch ist böse, der das nicht macht.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s