Prolog

Ich hatte vor ca. fünf Jahren eine schwere berufliche Krise. Diese war jedoch interessanterweise Auslöser für eine extrem kreative Phase.

Innert weniger Tage hatte ich einen Roman über 180 Seiten verfasst. Witzigerweise hatten sich während des Schreibens Figuren aufgedrängt und um ‚Erscheinen‘ gebeten. Sie kamen und gingen, nicht ohne den Hinweis, später – in der Fortsetzung – vorbeischauen zu dürfen.

Es war eine extrem fruchtbare Zeit als Autor. Mir fällt hierzu ein Zitat aus dem Film ‚Ruby Sparks‘ ein, als Paul Dano, der die Figur des Calvin spielte, meinte, ‚der erfüllendste Moment eines Autors ist, wenn die Geschichte nicht von ihm, sondern durch ihn kommt‘.

Ich befasste mich weiters mit Philosophie und Physik (während meiner Schulzeit hasste ich dieses Fach), wie einen Schwamm sog ich die Dinge auf, schoss von einem Wikipedia-Hyperlink zum anderen und fraß mich genüsslich durch Wissen.

Bis ich dann feststellte, dass es nicht nur um Wissen sondern um das Erkennen geht.

Es war nicht die Suche nach Wahrheit, sondern das Finden von Klarheit.

Gedankenorgasmen

Ich habe mich in den letzten 5 Jahren intensiv mit den Themen Zeit, Raum und Sein beschäftigt.

So intensiv, dass es bei jedem dieser Themen schlussendlich zu einem Gedankenorgasmus kam 😆

Was das ist? Wie er sich äußert? Nun, ich nahm ihn entweder evident, fantastisch oder mystisch wahr.

Dazu mehr in den nächsten 3 Beiträgen.

0

Was täten wir bloß ohne die Null. So zart und unscheinbar sie wirkt.

Sie hält die Welt im Gleichgewicht, denn alle Zahlen müssen durch sie hindurch.

Doch obwohl sie alle Lasten trägt, behält sie sich ihre Leichtigkeit und lässt sich von niemandem einschnüren. Man kann ihr nichts erzählen.

Sie zeigt keine Ecken und Kanten und macht sich damit unangreifbar, sie kennt weder Anfang noch Ende.

Das Ekel

‚Das kommt davon wenn Frauen nicht Auto fahren können. Fährt die doch glatt an der Ampel vorbei. Ja und jetzt, wie siehste jetzt, ob grün is‘?‘

Ich fahre näher ran. Holla, das ist ja ein Mann. In einem Fiat 500 Cabrio. Heutzutage kann ja jeder alles und jeder sein. Das nennt man wohl Zeitgeist.

Jetzt winkste. Is‘ ja klar. Zeigst auf die Ampel. Jaja, ich weiß Bescheid. FRÜHER das Hirn einschalten.

Ich betätige die Lichthupe. Der Fiat fährt los. Bums. Da hatte es wohl einer eilig. Aber der BMW war’s nicht.

Die Ampel hat auf grün geschaltet, ich fahre los, muss die beiden Hirnis umfahren. Ich lasse die Scheibe herunter. Ich schaue gerne in die blöden Gesichter von Leuten, die nicht begreifen können, was gerade passiert ist.

‚Au weia. Da is viel Blech verbogen. Aber Hauptsache euch is nix passiert. Merkste Dir für’s nächste Mal: erst bei Grün losfahren.‘

Ich fahre weiter und sehe im Rückspiegel wild gestikulierende Männer. Oder isses doch eine Frau? Zeigt der oder die mir g’rad den Stinkefinger? Geht’s noch? Muss doch ein Mann sein. Die können keine Kritik vertragen.

Also, immer schön die Augen aufhalten.

Das nächste Mal stehe ich vielleicht hinter euch.

(Beim Ekel handelt es ich um einen fiktiven Charakter. So hoffe ich doch.)

 

Spuren

So sitze ich nun hier

in der Mitte meines Zimmers

blicke in die Vergangenheit

schaue auf meine Spuren

sie strömen wie ein Fluss

manche breit, andere schmal

die einen dunkel, die anderen hell

ich tapeziere damit

die Wände meines Zimmers

 

Ich löse die Spuren von den Wänden

als einen Faden nehme ich sie auf

ich umwickle damit meinen Kopf

bis ich nichts mehr sehen kann

außer mich selbst

 

 

SchwarzWeiß

Als Kind fand ich Schwarz-Weiß-Fotos früherer Tage höchst interessant.

Ich hatte Mitleid mit den Leuten, die darauf abgebildet waren.

Konnten Sie die Welt doch nur Schwarz oder Weiß erleben.

Später sagte man mir, ich hätte mich getäuscht.